This paper investigates on how Italian Fascism, and its main representative Mussolini, was portrayed during the war from the perspective of the Axis ally Germany. For this purpose, newspaper articles are examined from a text- analytical, style-analytical and discourse-analytical point of view. Research in the contemporary press revealed one particular media event - Hitler's encounter with Mussolini at the end of August 1941 in Russia - to be discoursivized by the Völkischer Beobachter, organ of the NSDAP, in three articles: a preparatory press notice about Italian troops in Russia, an official government communication about the meeting, and a concluding comment. As main result of the analysis emerged, beyond the nazi-specific hyperbolic style (celebration of “comradeship”), a position different from the earlier assumed “parallel marching” of Germany and Italy. Mussolini's fascist regime is now seen as an ally certainly welcome in Hitler’s war for the “new European order”, but expressively under German command. Italy is referred to with a certain discursive distance, focussing on extra-intentional "affinity of fate" and, essentially, on former merits of having “opened men’s eyes”.

Der Beitrag behandelt die Frage, wie der italienische Faschismus bzw. sein Hauptvertreter Mussolini in den Kriegsjahren aus der Sicht des Alliierten Deutschland dargestellt wurde. Hierzu werden Texte zeitgenössischer Printmedien untersucht. Besondere Beachtung findet dabei Hitlers Treffen mit Mussolini Ende August 1941 in Russland, das das NSDAP-Organ Völkischer Beobachter in drei Artikeln (vorausgehender Artikel über die italienischen Truppen in Russland, amtliches Kommuniqué und abschließender Kommentar zum Treffen der Staatsmänner) als Medienereignis diskursiviert. Aus der text-, stil- und diskursanalytische Untersuchung der Texte - geht hervor, dass das Verhältnis zwischen Deutschland und Italien - jenseits der für die NS-Sprache typischen hyperbolischen "Kameradschafts"-Rhetorik - nicht mehr, wie vor dem Krieg, als "paralleles Marschieren" gesehen wird. Das faschistische Regime Mussolinis wird nun als Alliierter dargestellt, der zwar als Beistand in Hitlers Kampfhandlungen für die „neue europäische Ordnung” nicht unwillkommen ist, jedoch eindeutig unter deutschem Kommando agiert. Italien wird aus gewisser diskursiver Distanz betrachtet, die "Schicksalsverbundenheit" erscheint als eher durch äußere, nicht intentionierte Faktoren bedingt, bekräftigt wird lediglich die historische Vorreiterrolle des italienischen Faschismus, der „der Menschheit die Augen geöffnet“ habe.

„Der Menschheit die Augen geöffnet“. Die sprachlich- diskursive Darstellung Mussolinis im Völkischen Beobachter Ende August 1941 / Senf, Kurt Jorg. - In: NUOVA RIVISTA STORICA. - ISSN 0029-6236. - STAMPA. - Volume XCVIII:Fascicolo II(2014), pp. 755-776.

„Der Menschheit die Augen geöffnet“. Die sprachlich- diskursive Darstellung Mussolinis im Völkischen Beobachter Ende August 1941

SENF, Kurt Jorg
2014

Abstract

Der Beitrag behandelt die Frage, wie der italienische Faschismus bzw. sein Hauptvertreter Mussolini in den Kriegsjahren aus der Sicht des Alliierten Deutschland dargestellt wurde. Hierzu werden Texte zeitgenössischer Printmedien untersucht. Besondere Beachtung findet dabei Hitlers Treffen mit Mussolini Ende August 1941 in Russland, das das NSDAP-Organ Völkischer Beobachter in drei Artikeln (vorausgehender Artikel über die italienischen Truppen in Russland, amtliches Kommuniqué und abschließender Kommentar zum Treffen der Staatsmänner) als Medienereignis diskursiviert. Aus der text-, stil- und diskursanalytische Untersuchung der Texte - geht hervor, dass das Verhältnis zwischen Deutschland und Italien - jenseits der für die NS-Sprache typischen hyperbolischen "Kameradschafts"-Rhetorik - nicht mehr, wie vor dem Krieg, als "paralleles Marschieren" gesehen wird. Das faschistische Regime Mussolinis wird nun als Alliierter dargestellt, der zwar als Beistand in Hitlers Kampfhandlungen für die „neue europäische Ordnung” nicht unwillkommen ist, jedoch eindeutig unter deutschem Kommando agiert. Italien wird aus gewisser diskursiver Distanz betrachtet, die "Schicksalsverbundenheit" erscheint als eher durch äußere, nicht intentionierte Faktoren bedingt, bekräftigt wird lediglich die historische Vorreiterrolle des italienischen Faschismus, der „der Menschheit die Augen geöffnet“ habe.
This paper investigates on how Italian Fascism, and its main representative Mussolini, was portrayed during the war from the perspective of the Axis ally Germany. For this purpose, newspaper articles are examined from a text- analytical, style-analytical and discourse-analytical point of view. Research in the contemporary press revealed one particular media event - Hitler's encounter with Mussolini at the end of August 1941 in Russia - to be discoursivized by the Völkischer Beobachter, organ of the NSDAP, in three articles: a preparatory press notice about Italian troops in Russia, an official government communication about the meeting, and a concluding comment. As main result of the analysis emerged, beyond the nazi-specific hyperbolic style (celebration of “comradeship”), a position different from the earlier assumed “parallel marching” of Germany and Italy. Mussolini's fascist regime is now seen as an ally certainly welcome in Hitler’s war for the “new European order”, but expressively under German command. Italy is referred to with a certain discursive distance, focussing on extra-intentional "affinity of fate" and, essentially, on former merits of having “opened men’s eyes”.
lingua del fascismo; analisi critica del discorso; iperbole
01 Pubblicazione su rivista::01a Articolo in rivista
„Der Menschheit die Augen geöffnet“. Die sprachlich- diskursive Darstellung Mussolinis im Völkischen Beobachter Ende August 1941 / Senf, Kurt Jorg. - In: NUOVA RIVISTA STORICA. - ISSN 0029-6236. - STAMPA. - Volume XCVIII:Fascicolo II(2014), pp. 755-776.
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