Genusschwankungen im Deutschen: (k)ein marginales Phänomen / Di Meola, Claudio. - In: MUTTERSPRACHE. - ISSN 0027-514X. - 136:(2026), pp. 1-24.
Genusschwankungen im Deutschen: (k)ein marginales Phänomen
Claudio Di Meola
2026
Abstract
Nominale Genussschwankungen stellen keineswegs isolierte Einzelfälle dar. Nicht-standardsprachliche Genusbelege haben überraschenderweise eine bemerkenswerte Verbreitung. Einerseits handelt es sich dabei um periphere Bereiche des Lexikons, vor allem Fremdwörter, Neologismen und veraltende Wörter sowie bildungs- und fachsprachliche Nomina. Andererseits sind auch Kernbereiche des Lexikons betroffen: a) Nomina, die eine eingeschränkte morpho-phonologische Reihenbildung aufweisen; b) Nomina mit einem "unauffälligen" Genus, die selten mit definitem Artikel und/oder im Singular verwendet werden; c) Nomina, die durch einen Transparenzverlust gekennzeichnet sind, so vor allem Derivate mit einer Bedeutungsverblassung des Suffixes, Komposita mit einer Bedeutungsänderung oder einem generellen Salienzverlust des Grundwortes sowie Abkürzungen. Genussschwankungen sind somit nicht auf okkasionelle Fehlleistungen zurückzuführen, sondern als Indiz für die inhärente Instabilität und Dynamik eines grammatischen Subsystems zu interpretieren.File allegati a questo prodotto
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